Myth Busting – Das Glatzen-Gen

Egal ob lockig oder gerade, hell oder dunkel, rein evolutionär betrachtet erfüllt unser Deckhaar keinen bestimmten Zweck. Im Gegenteil, die Haare müssen ständig gekämmt, gewaschen und sogar geföhnt werden. Sie schwimmen in der Suppe oder sammeln sich im Duschsieb, bis das Wasser nicht mehr abläuft.

Dass die Meisten Männer früher oder später mit einer schwindenden Haarpracht oder gar einer Glatze zu kämpfen haben, sollte also eher Segen als Fluch sein. Schön wär’s! Denn für die Meisten von uns sind die Kopfhaare für das körperliche Wohlbefinden und damit für unser Selbstvertrauen von wesentlicher Bedeutung. Die Frage stellt sich also: Woher kommt der Haarausfall und was kann man dagegen tun? Mit diesem Beitrag wollen wir ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Übeltäter DHT

Vermutlich ist es dir auch schon zu Ohren gekommen: wenn der Vater mütterlicherseits eine Glatze hat, wirst du auch davon betroffen sein. Bevor du jetzt anfängst alte Fotos deines Grossvaters mütterlicherseits auszugraben, gibt es einige Dinge die du wissen solltest.

Dehydrotestosteron (DHT) heisst der Übeltäter, der sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den meisten Fällen für den Haarausfall verantwortlich ist. Das männliche Geschlechtshormon lässt Haarfollikel schrumpfen, bis aus ihnen nur noch feiner Haarflaum sprießt. Allerdings nicht, weil im Körper eine zu hohe Konzentration dieses DHT herrscht, sondern weil gewisse Haarfollikel zu empfindlich darauf reagieren. Glatzenträger strotzen also nicht unbedingt vor Geschlechtshormonen, auch wenn dies gerne verkündet wird.

Bei allen Menschen wandelt ein Enzym namens 5alpha-Reduktase einen gewissen Anteil Testosteron in DHT um. Wenn du nun eine genetische Überempfindlichkeit gegenüber DHT hast, koppelt sich dieses an die Haarfollikel und sorgt dafür, dass diese immer schwächer und das Haar dadurch immer dünner wird, bis irgendwann nichts mehr übrig ist. Dieser Prozess wird auch als «Miniaturisierung» bezeichnet. 

Finasterid und DHT

Die Schlussfolgerung liegt also nahe, dass die effektivste Methode im Kampf gegen eine schwindende Haarpracht darin besteht, die Ursache für den Haarausfall, also DHT, zu blockieren. 

Genau hier setzt ein Medikament namens Finasterid an. Finasterid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der 5alpha-Reduktasehemmer, das ursprünglich zur Behandlung einer vergrösserten Prostata hergestellt wurde. Durch die Hemmung des Enzyms 5alpha-Reduktase nimmt es Einfluss auf die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), und kann somit auch ein Fortschreiten des Haarausfalls verzögern und bestenfalls sogar ganz aufhalten. 

Dass Finasterid bei rund 2% der Konsumenten zu Impotenz und Errektionsstörungen führen kann, ist allgemein bekannt und wird oft in Kauf genommen. Was aber lange Zeit nicht bekannt war, ist dass die Nebenwirkungen manchmal auch nach dem Absetzen des Medikaments nicht verschwinden. Dieses relativ neue, erst seit 2012 bekannte Krankheitsbild, nennt sich «Post-Finasterid-Syndrom». Da diese Nebenwirkung nicht auf dem Beipackzettel erwähnt wird, sind alleine in den USA bereits mehr als 2000 Klagen gegen den Hersteller eingegangen. Unser Tipp also: Lasst die Finger davon!

Die Alternative: Pflanzliches Sägepalmeextrakt

Schon die Indianer verwendeten die Sägepalmbeeren als Hausmittel gegen Hodenatrophie, Entzündung der Prostata und mangelndem Geschlechtstrieb des Mannes. Zudem wurden die Beeren auch bei Unfruchtbarkeit, schmerzhafter Menstruation und Milchproduktion bei der Frau empfohlen.

Neben diesen lang bekannten Wirkungen haben Studien gezeigt, dass sich mit dem Sägepalmextrakt auch der genetisch bedingte Haarausfall bekämpfen lässt. Denn wie auch bei Finasterid erscheint die therapeutische Wirkung des Sägepalmextraktes als Resultat der Verhinderung der Bildung von DHT.

Was die Nebenwirkungen angeht, so ist das Sägepalmextrakt als bedenkenlos einzustufen. 

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